Altenpflegeumlage (APU) + PflBG in NRW

Die Landesregierung NRW hat einstimmig zum 01.07.2012 die sog. Altenpflegeumlage beschlossen. Diese Umlage soll den Fachkräftemangel in der Altenpflege beseitigen. Dies führt nun dazu, dass sich die Pflegeleistungen regelmäßig verteuern!

 

Jede Pflegeeinrichtung (außer Krankenhäuser + Hospize!), worunter auch die ambulanten Dienste fallen, muss ab 1. Juli 2012 eine Abgabe im SGB XI-Bereich aufgrund der Altenpflegeumlage leisten. Diese zusätzlichen Kosten müssen dann wiederum durch einen Aufschlag (für 2020 bspw. in Höhe von 0,00537 Punktwert) refinanziert werden. Die Refinanzierung erfolgt letztlich zu Lasten der Patienten und Patientinnen, da sich alle Grundpflegeleistungen und Leistungen in der Hauswirtschaft um den genannten Aufschlag verteuern - die Behandlungspflege (SGB V) ist hiervon nicht betroffen! Seit 01.01.2016: Der APU-Aufschlag gilt nun auch für die Zeitvergütung (Minutenpreise für Grundpflege + Hauswirtschaft)!

 

Wir möchten in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hinweisen, dass unser Pflegedienst weder Schuld an dieser Preissteigerung hat, noch dass er sich daran bereichern kann oder möchte! Der Pflegedienst ist lediglich "Eintreiber" dieser Gelder und reicht diese unangetastet an den LWL in Münster weiter!

 

Was bedeutet das nun für Sie als Kunde/-in?

  

Da die Höhe der Altenpflegeumlage jährlich durch die entsprechenden Institutionen neu festgelegt wird, wird sich auch jedes Jahr der Punktwertaufschlag verändern, so dass sich auch für Sie als Kunde/-in die Kosten im SGB XI-Bereich  jährlich verändern.

 

Für weitere Informationen stehen Ihnen die Internetseiten des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen zur Verfügung: www.mgepa.nrw.de 

 

NEUE, ZUSÄTZLICHE ABGABE AB 01.01.2020 (PflBG)

 

Ab 01.01.2020 kommt eine weitere Umlage hinzu, die sog. PflBG-Abgabe. Sie soll den Einrichtungen finanzielle Unterstützung bieten, um die Ausbildungskosten in der Pflege besser decken zu können. Die neue Abgabe beträgt zunächst 0,00115 Punkte.

Rechnet man APU und PflBG zusammen ergibt sich aktuell ein Auschlag in Höhe von 0,00652 Punkten. Das sind umgerechnet 7 Euro-Cent. 

 

Aktuelles Fazit zur APU:

 

Die APU besteht nun seit einigen Jahren. Den Fachkräftemangel im Pflegesektor konnte sie bisher nicht beseitigen. Sie hat nur dazu geführt, dass Pflegebedürftige mehr Geld für ihre Pflege bezahlen müssen.

Ferner stellt die APU für die Bevölkerung in NRW eine Benachteiligung dar: Die Höhe der Leistungen in den Pflegegraden wird vom Bund einheitlich für ganz Deutschland festgelegt. Die APU hingegen gibt es nur in NRW. Dies bedeutet, dass man bspw. in Bayern mehr Leistungen im Pflegegrad 2 erhält als in NRW. Oder aber die Kunden müssen in NRW zum Erhalt der gleichen Leistungen - wie man sie in Bayern erhält - mehr Geld "aus der eigenen Tasche" bezahlen und drauf legen!

 

Fazit: Die APU muss so schnell wie möglich wieder abgeschafft werden! Gerne können Sie uns hier tatkräftig unterstützen - nur gemeinsam kann man etwas erreichen! Ansprechpartner wäre hier das Gesundheitsministerium NRW + die NRW-Landesregierung. Vielleicht könnte sich aber auch der Bundesgesundheitsminister für eine Abschaffung in allen Bundesländern stark machen...

Historie der APU-Refinanzierungszuschläge seit Einführung

Gültig vom Gültig bis Refinanzierungszuschlag
01.07.2012 31.12.2012 0,00279
01.01.2013 31.12.2013 0,00300
01.01.2014 31.12.2014 0,00369
01.01.2015 31.12.2015 0,00485
01.01.2016 31.12.2016 0,00488
01.01.2017 31.12.2017 0,00501
01.01.2018 31.12.2018 0,00526
01.01.2019 31.12.2019 0,00584
ab 01.01.2020   0,00537